Umzug

Arthur sitzt auf gepackten Koffern!

Ab jetzt empfängt Arthur seine Gäste auf www.arthurfriedenreich.com

Bis dahin freut sich,

Dein Arthur

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The cat is in the sack

Von alten Männern mit Potenzproblemen, humorigen Kameramännern, genialen Werbern, einer Spielerfrau auf Abwegen, der Schönheit der Natur – und einem unfassbar albernen Fußballspiel. Arthur quält sich zu Kohärentem über Bayern gegen Villareal und ist dabei kurz angebunden wie ein Hund vorm Supermarkt.

Der Aphorismus von Flaschensammler und Joghurtliebhaber Trapattoni destilliert die Quintessenz aus dem gestrigen Champinonsleaguespiel: „The cat is in the sack!“ Pflicht erfüllt, Spanier abgewatscht, 800000 Euro mehr auf dem Konto, Gruppensieg gesichert, gut is, habe fertig. Und eigentlich sollte man es bei diesem Bonmot bewenden lassen. Dennoch klaubt Arthur das wenige Sagbare zusammen und sieht sich dabei zur Flucht in Randnotizen gezwungen.

Nur geweint haben sie nicht, die hilflosen Spanier                                                                 Starke Tendenz zum Doppelkinn, eingefallene Schultern, Wampe. Was aussieht wie der glückliche Dorfschwarm und Edeltechniker des SSV Koepenick-Oberspree II ist Joan Oriol, seines Zeichens Kicker beim spanischen Erstligisten und – nach dem gestrigen Spiel geht es nur schwer von den Lippen – Champions-League-Teilnehmer FC Villareal. Dieser Joan Oriol macht ziemlich evident, wie es um seinen Club derzeit bestellt ist. Folgerichtig bemitleidenswert und hilflos wie eine Nussschale auf hoher See präsentierten sich die Spanier im roten Schlauchboot Allianz-Arena: Zwei unfassbare Fehlpässe führen zu den Gegentoren eins und drei, bei denen sich der dick eingepackte Goalie Diego Lopez dem heraneilenden Ribéry vor die Füße legt wie ein suizidgefährdetes Jagdwild. Marianengrabenmäßige Löcher tun sich im Defensivverbund auf und der Abwehrriegel ist so fest wie ein Snickers – ohne Erdnüsse und Schokomantel.                                                                                                              Rückschlüsse auf die Verfassung des FCB und den Verdauungsprozess der Dortmund-Niederlage lässt das Spiel nicht zu. Zu loben ist DonJupp, der sich geläutert zeigte und seinen Lieblings- Zwischenspieler wieder auf seine inzwischen liebgewonnene Position in Strafraumnähe beorderte. Toni bedankte sich mit einigen Edelpässen auf Ribéry, Robben und Gomez, ließ aber weiterhin eine latente Neigung zum netzerschen Standfußball erkennen. Gutelaunebär Thomas Müller war zunächst als Olic-Bespasser eingeteilt und nahm neben dem Kroaten auf der Bank Platz, während David Alaba von Beginn an neben Anatoliy die Fäden ziehen durfte und das auch zahnarzthelferinnenmäßig geschickt anstellte. Arjen Robben bot das Spiel derweil eine nette Gelegenheit zum Anschwitzen auf europäischem Parkett, auf dem ein bestens aufgelegter Franck diverse Tänzchen vollführte. Für den schönsten Moment des Spiels sorgte aber eine ins Stadion wabernde und im Flutlicht schimmernde Nebelbank. Ein Naturschauspiel, das sogar den welterfahrenen Edelmann Fritz von Thurn und Taxis zu beeindrucken wusste.                     Die Erkentnisse des Spiels fasst Franck Ribéry zusammen: „Wir sind Bayern München, das ist gut.“

Sammer nimmt den Mund zu voll                                                                                          Während dem alten Mann so langsam auch die letzten Härchen auzufallen drohen, fühlt sich der Sportdirektor von Ribérys Liegestütz-Torjubel zum Beweis seiner Jugend herausgefordert und kündigt für den Fall des Championsleague-Sieges der Bayern „70-80 Liegestütze“ an. Der Sky-Kameramann reagiert mit Humor und zeigt Lebemann Sammer (Ribéry: „ich habe mit ihm in einer Boulangerie in Frankreich schon Croissants gegessen“) nach dieser vollmundigen Ankündigung nur noch aus der Heldenperspektive von schräg unten.

Werbegag                                                                                                                                                  Der Google-Werbedienst auf morgenpost.de reagiert auf seine Art auf die einseitige Langeweile des Spiels und richtet seinen Anzeigeblock an all diejenigen, die durch ein Nickerchen vor dem Fernseher den häuslichen Frieden gefährdeten und dafür von ihren Familien ordentlich aufs Dach bekamen.

Brandnerheiß                                                                                                                               Während unserem Schlüssel(bein)spieler im wahrsten Sinne des Wortes die Hände gebunden sind, lässt Freundin Sarah Brandner als Axe-Testimonial die Hüllen fallen und räkelt sich für den Axe-Adventskalender vor der Kamera. Während Sarah also Körperkult betreibt, gibt sich der Liebesmann ganz unkultig und lehnt den Vorschlag der Ärzte ab, die bleibende 15 cm Narbe mit einem Tattoo zu überdecken. „Die Narbe ist für mich kein Problem. Das finde ich nicht schlimm.“  Schweinsteiger ganz männlich und außerdem auf dem Weg der Besserung. Auch Autofahren kann er schon wieder selbst: „Damit ist Steffen Hamann als Chauffeur gefeuert. Aber ich muss sagen: Er hat einen super Job gemacht.“

Mit prosaischen Grüßen verbleibt,

Euer Arthur

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Ein Schwarzer Tag

oder: nicht das Gelbe vom Ei

Auf der grünen Wiese liefert das Spitzenspiel Hausmannskost vom Feinsten. Vor allem dank Sternekoch Jürgen Klopp. Kosmisches ereignet sich außerhalb des Platzes. Verantwortlich hierfür: Sterndeuter Jürgen Klopp. Dortmund Robbt sich an die Tabellenspitze, Jupp verzockt sich an der Taktiktafel und eine Rakete bleibt vorerst auf dem Boden. Der beste Borusse an diesem Abend: Jens Lehmann. Arthur fasst zusammen, dekonstruiert, zergliedert und sieht sich genötigt, seit langer Zeit wieder mahnend den Zeigerfinger zu heben.

So hat´s Arthur gesehen

Der Bundes-Jogi lehnt sich zurück. Er hat das Seinige für den Erhalt der Spannung in der Liga getan und den Bayern-Block geschlossen ins Schaulaufen gegen die Holland-Imitation1 geschickt, während Hummels und Co sich unter blickdichten Decken auf der Ersatzbank verlustieren durften. Auch der Ehrentrainer beider Seiten, Ottmar Hitzfeld, sorgt für ein ungutes Bauchgefühl im Vorfeld, indem er mit Weltklasse-Prädikatierungen um sich schmeißt, dass man allenthalben die Köpfe einzieht: Dortmunds Umschaltspiel: „absolute Weltklasse!“ Zauberfloh Götze: „erst 19, aber schon Weltklasse!“ Mario Gomez: „auf seiner Position Weltklasse.“ Soviel Vorschuss-Euphorie hat noch keinem Spiel gut getan. Zudem zeigt sich gleich in der Anfangsphase, dass die Borussia zu einer Partie Rasenschach bittet, obwohl beim FCB mit Anatoliy der etatmäßige Brettspielexperte, Königsmörder und Spielfluss-UnterBender rot-gesperrt fehlt. Arthur schwant Böses. So kommt es wie es kommen muss: Der kommende Meister rennt, oder besser schlendert 90 Minuten gegen den Meister des letzten Jahres an, der defensiv gekonnt verschiebt wie die Wettmafia, und bleibt dabei weitestgehend harmlos.

Ein nicht gepfiffenes, strafraumnahes Foul in der 13. Minute, ein Ribéry-Schuss in den Münchner Sternenhimmel (von dem noch zu reden sein wird) in der 29. und ein versuchter Pass von Kroos auf Gomez in die Gasse, den Ur-Bayer Hummels ur-gemütlich abgrätscht, bleiben die einzigen nennenswerten Möglichkeiten in Halbzeit eins. Die Roten scheinen sich schon in der Pause auf ein Remis zu einigen, und vergessen dabei, dass die Oper erst zu Ende ist, wenn die ganz dicke Dame gesungen hat. Und die ist manchmal nur 65 Kilo schwer und trägt grüne Schuhe.                                                                                  Zunächst zwirbelt der Zwischenspieler einen Pass auf den schönsten Mann der Welt, der aus 18 Metern mit Links verzieht. Dann scheitert Kagawa an Manuel wie dieser unter der Woche bei „Wer wird Millionär“ an der 1-Million-Euro-Frage. Dolmetscher Neuer erklärt dem Japaner hierbei die Kunst des neuer-deutschen Handball-Fußball-Hybrid-Torwartspiels. Die Superzeitlupe zeigt vom Trikot des in der Abendkälte ansonsten Beschäftigungslosen absplitternde Eiszapfen. Wenig später sorgt am Ende einer für Sehschwache (siehe M. Reif) nicht zu überblickenden Fehlerkette Götze für das Tor des Tages: Robben und Rafinha springt der Ball von der Brust; die Dortmunder sind geistig reger und schneller am Ort des Geschehens. So findet der Ball in den bayrischen Strafraum, wo Jerome die Übersicht verliert und den Götze(n)dienst leistet, wofür er von Kurzsichtigen (siehe M. Reif) gebrandmarkt wird.                                                                        In der Folge versucht der FCB viel, doch gelingen will ihm wenig. Gustavo und Petersen sowie Badstuber mit einem Freistoßschlenzer und Franck mit eingesprungenem Volleyschuß bringen den Ball nicht im Tor unter. Torwart-Unsympath und Trauer-Weide Weidenfeller hält sich schadlos.

Das Taktiktafel-Tohuwabohu. Arthur betreibt Ursachenforschung.

Klar, auch Arthur hat sich gefreut, König Arjen in slim-fit Trikot und langer Unterbuxe in der Startaufstellung begrüßen zu dürfen. Dennoch hätte man von unserem Trainerfuchs erwarten können, der allgemeinen Euphorie nicht zum Opfer zu fallen. Robben selbst, der in solchen Situationen sonst schimpft als hätte Busnebensitzer Pranjic mal wieder um 7.30 Uhr die kroatische Knoblauchwurst ausgepackt, weiß: „Normalerweise fängt man auf der Bank an.“ Warum also nicht dem selbst ausgerufenen Diktum des positionsgetreuen Wechsels Rechnung tragen, gemütlich mit dem Österreicher auf der Sechs beginnen und ansonsten alles beim Alten lassen? Der Gedanke, mit Robben und Ribéry gegen Piszczek und Schmelzer Alarm über die Flügel zu machen, lag nahe, dennoch hätte der fliegende Holländer in den letzten 35 Minuten sicher mehr Räume für seine Turbodribblings gefunden. So bleibt die Robben-Rakete vorerst auf dem Boden.                                       Weshalb Don Jupp jedoch auch dann nicht reagierte, als offensichtlich war, dass Kroos und Müller in ihren neuen Rollen keinen Stich mehr setzen würden, bleibt sein Fußballlehrer-Geheimnis. So schenkte der FCB die Zentrale ab und sah sich oft zu langen Verlegenheitsbällen in die Spitze gezwungen. Der bewegliche, arbeitsame und ballsichere Alaba hätte dem bayrischen Spielaufbau gut getan. Toni hätte ein paar Meter weiter vorne sicher für die ein oder andere Gomez Chance mehr gesorgt.                                                   Und dann diese leidigen Reaktionswechsel in der 70. Minute. Warum nicht in der Pause einen Aufstellungsirrtum einsehen und mit frühem Wechsel und Systemkorrektur überraschen? Warum Müller vom Platz nehmen, wenn sich Räume auftun? Und wenn man schon die letzten zehn Minuten nur noch lange Dinger in den Strafraum segeln lässt, dann stellt man doch bitteschön den belgischen Brecher in die vorderste Front und lässt den harmlosen Nils auf der Bank.

Astronomisch Nebensächliches

Nachdem sein sternekochmäßiges Rezept gegen die Bayern-Offensive voll aufgegangen war, gibt Kloppo den Sterndeuter: „Wir haben die Sterne vom Himmel verteidigt.“ So wurde es dann auch eine recht sternlose Nacht in der bayrischen Hauptstadt. Allein der Stern des Südens wird niemals untergehen und so wird auch diese Niederlage den Bayern-Durchmarsch nicht verhindern können. Der einst so trügerisch leuchtende Stern des litteratus Großkreutz verblasst derweil. Deutlich zeigt sich, dass der Junge aus Eving eben doch nur ein durchschnittlicher Bundesligaprofi ist. Verbal bleibt er das Maß der Dinge: „Wir sind einfach eine geile Truppe“, dichtet er euphorisiert in den Katakomben.               Ein neuer Stern erstrahlt auf Sky: Jens Lehmann sorgt im Trainer-Bewerbungsgespräch als Co-Kommentator für Gegenwind für Fähnchen-Reif und geht sauhundmäßig dahin wo´s weh tut. Der Zuschauer ist genervt, Reif auch. Letzterer revanchiert sich, indem er Mad-Jens eine schockierend sinnlose Sky-Live-Analyse aufs Auge drückt. Jens lässt sich nicht vom Kurs abbringen und glänzt weiter mit Widerworten gegen den selbst gekrönten König der Kommentatoren.                                                                                                             Auf der Tribüne verkehrte Welt: Während bei Watzke und Co eine Sonnenfinsternis herrscht, strahlen Hoeneß, Rumenigge und Hopfner auch nach dem Gegentor noch um die Wette. Grund hierfür könnte die Vertragsverlängerung mit Marionette Nerlinger und das gemütliche Eierschaukeln auf der Jahreshauptversammlung sein.

Arthur exklusiv. Schweinsteiger im Interview.

Arthur: Bastian, woran lag´s heute?                                                                              Schweinsteiger: Dortmund war einfach ein bisserl bissiger. Die Räume waren enger als in der JVA. Das Umschaltspiel hat schlechter funktioniert als beim Fahrneuling. Und nach vorne hat uns das Wurfglück gefehlt. Ich glaube, wir haben das Spiel unter den Brettern verloren.                                                                                                                                           Arthur: Ein Wort zum Gegentor.                                                                                    Schweinsteiger: Jerome gegen Götze ist natürlich ein grandioses Mismatch. Für meinen Geschmack steht der Mario da aber auch länger als 3 Sekunden in unserer Zone.        Arthur: Sonst noch was zu sagen?                                                                                Schweinsteiger: Finde, der Moritz Leitner sollte für sein Auftreten grundsätzlich ein technisches Foul bekommen. Der ist einfach daneben.                                                         Arthur: Die letzte Frage abschließend zum Schluss: Hast du das Spiel gesehen? Schweinsteiger: Hab´s mir wie das Deutschland-Spiel auf Video aufgenommen und werde es mir sicherlich in den nächsten Tagen anschauen. Vorerst freue ich mich auf das Spiel gegen die Skyliners.

Arthur bedankt sich bei Bastian Schweinsteiger für seine ehrliche und unentgeltliche Meinung. Bleibt´s mir gewogen!

1 ein völlig überschätzter Sieg gegen völlig überschätzte Niederländer, die in dieser Formation mit Sneijder und Kuijt als einzigen Hochkarätern schlicht keinen höheren Ansprüchen genügen. Eine Abwehrreihe mit Braafheid, Matthjisen, van der Wiel und Heitinga sollte kein Maßstab für die deutschen Titelambitionen sein. Bleibt zu hoffen, dass die Adlerträger nicht an der Selbstbeweihräucherung ersticken. Die Luft an Europas Spitze mit Spanien und den „echten“ Holländern mit van Persie, Robben und van der Vaart wird noch dünn genug. (Spielanalysen in Fußnoten sind herrlich dekadent und genau, was so ein Testspiel verdient. Es beweihräuchert sich: Arthur)

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Blatter Sepp, Sie Depp !

Arthur ist empört und kurz davor beim Blatter Sepp vorstellig zu werden.

„Gebt Euch die Hände!“ Sponge Over !

Arthur schmiert sich wieder Pomade in die Haare und und weißt seine Haut mit Reismehl. Und dann können Sie und Ihre Spezialisten von der FIFA auch wieder damit anfangen keine Fouls gegen uns Dunkelhäutige mehr zu pfeifen. Ganz wie früher zu meiner Zeit. Doch auch dieses Mal werden wir Dunkelhäutigen einfach noch höher springen und technisch noch viel brillanter sein als die Weißbrote. Arthurs Geist wird auch Sie, Blatter Depp, überleben.

Und wieder einmal werden Sie , Blatter Depp, wahrscheinlich mit Ihren dummen Ausreden und peinlichem Gezwitscher durchkommen.

Arthur wünscht sich , daß Sie, Blatter Depp, vom arabischen Frühling heimgesucht werden….

Arthur freut sich trotzdem auf den Supi-Dupi-Klassiker am Samstag. Der großartige FC Bayern gegen den aktuellen Würdenträger, die Borussia aus Dortmund. Wobei es sich wohl nicht um die „echte“ Borussia handeln kann, denn  borussia.de führt den geneigten Fußballfan nicht zum Borsigplatz. Arthur hofft, daß kräftig Reismehl auf beiden Seiten verteilt wird ,um somit erst gar keinen Rassismus aufkommen zu lassen. Ansonsten stellt sich Arthur gerne als Mediator zur Verfügung. Pfeiffen wird der Herr Gagelmann aus Bremen, was Arthur nur peripher tangiert.

Spielbericht aus der Glaskugel:

FC Bayern – Borussia Dortmund 4:0 (2:0)

Tore fast wie immer: 2 x Gomez (1 x mit links, 1 x Foulelfmeter ), 1 x Müller, 1 x „Zwischenspieler“ Kroos.

Arthur wünscht viel Spaß und verabschiedet sich ins Wochenende !

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Party in der Puppenkiste

Mario Gomez und Manuel Neuer versuchen sich als Schweinsteiger Ersatz, Alaba und der Zwischenspieler tauchen ab, DonJupp macht sich einen Spaß mit seinem Lieblingsukrainer, einer flitzt und van Buyten bleibt van Buyten. Hey, hier kommt Arthur! Vorhang auf für das Prickelndste aus der Augsburger Puppenkiste.

Gemütliche Lokomotivführer  

Die Frage des Schweinsteiger-Ersatzes beantwortet DonJupp wie erwartet. Neben Lukas dem gemütlichen Bayern-Lok-Führer Tymoshchuk beginnt der quirrlige David „Jim Knopf“ Alaba. In der Theorie bedeutet das: Alaba hält mit geschmeidigen Dribblings und öffnenden Pässen den Lokomotivkessel am dampfen, während der pragmatische Anatoliy den Mechanicus gibt, der Löcher stopft und feldherrenmäßig die Gesamtverantwortung trägt. In der Praxis zeigt sich: Anatoliy erwischt nicht seinen besten -um nicht zu sagen einen holzkohlrabenschwarzen – Tag, und gibt seinen Hintermännern eher zusätzliche Nüsse zu knacken, als dass er sich selbst mit Problemlösungen beschäftigen würde. Der zuletzt so großartige Jim Knopf steht zunächst zu weit in der gegnerischen Hälfte, um den eigenen Spielaufbau beeinflussen zu können. Später teilt er den Gedanken, sich weiter zurückfallen zu lassen, mit Zwischenspieler Toni Kroos, weshalb plötzlich drei Sechser auf einer Linie agieren und keiner dabei so richtig gut aussieht. Vorallem der Feldherr mit dem blonden Playmobil-Aufsteck-Haarteil wirkt reichlich pomadig und kündigt seine völlig überraschenden Hochsicherheitspässe über zwei Meter (bevorzugt diesmal: der Diagonal-Ball auf Thomas Müller) schon mehrere Sekunden im Voraus an.            DonJupps Schachzug, seinen Lieblingsukrainer mit der Gustavo Einwechslung auf die Rechtsverteidigerposition zu schieben, dürfte selbst den Taktikfuchs Timoshchuk einigermaßen verblüfft haben. Als Kompliment darf die Rochade freilich nicht verstanden werden, denn die linke augsburger Angriffsseite ist bis zu diesem Zeitpunkt eher Gefahrencampingkocher denn Gefahrenherd. In der Nachspielzeit wirft Anatoliy dann doch noch sein Herz auf den Acker: Lehrbuchmäßiges Zeitspiel mit Feldherren-Foul und anschließender Roten Karte. Ein klassisches Bauernopfer, das Anatoliy als Brettspielexperte natürlich zur rechten Zeit anzubringen weiß. Denn die letzten Wochen waren arbeitsintensiv genug für einen, der es auf der Bank eigentlich auch ganz angenehm findet. Die Schweinsteiger-Rolle teilen sich indes Manuel Neuer und der schöne Mario. Neuer mit präzisen Pässen in die Spitze wie vor dem 2:0, Mario als Prellbock hinter der Mittellinie, der immerwieder hoch angespielt wird und die Bälle für die heranrasenden Ribéry und Müller sowie den herantrabenden Zwischenspieler abtropfen lässt wie Schattenmorellen aus dem Glas. Derschönstemannderwelt präsentiert sich dabei als Mischwesen aus den größten Stürmern aller Zeiten: Wuchtig wie Luca Toni, wendig wie Giovane Elber, trickreich wie Paolo Sergio, rammbockmäßig wie Carsten Jancker, kalt wie Roy Makaay und ein Bomber wie der Bomber.

Der Scheinriese. Vorne hui hinten pfui.

Daniel „Herr TurTur“ van Buyten macht im gegnerischen Straufraum den Leuchtturm: Erst schlendert er bei Ribérys Ecke scheinbar gelangweilt zum Elfmeterpunkt, dann sprintet er dem hereingezwirbelten Ball entgegen und verlängert zum zweiten Pfosten, wo Mario blitzsauber abstaubt wie der Zimmerservice im Nobelhotel. Sky-Kommentator Roland Evers ist aufgebracht und raunt ins Mikrofon: Ein eingespielter Spielzug? Wenn man sich die letzten 200 Bayern-Ecken so ansieht, dann könnte man wirklich auf diesen wahnwitzigen Gedanken verfallen.Im eigenen Sechzehner zeigt der Scheinriese und Schweißer aber sein zweites Gesicht: Gewohnt tapsig und schwerfällig im Eins-gegen-Eins, dafür mit ungewohnten Irrflügen im bayrischen Luftraum. So schade das für den Ribéry-Dolmetscher und Spaßdino ist: Spätestens, wenn es in der Championsleague in die K.o.-Phase geht, sollten Jerome und Holger als Innenverteidigerduo eingespielt und etabliert sein.

Zwischen Hampelmann und Handballtorwart. Die Szene des Spiels.

Kapllani bekommt den Ball durchgesteckt und findet sich plötzlich weitestgehend alleingelassen im bayrischen Strafraum wieder. Neuer hat den Braten aber gerochen, macht sich groß, wartet, Kapllani schießt, Neuers linke Pranke zuckt in einem Weltklasse-Reflex nach oben und verhindert den Ausgleich. Eine Hampelmann-Parade im allerbesten Sinn. Danach sieht man ihm das Adrenalin förmlich aus den Augenlidern tropfen. Mit seiner zweiten Großtat an diesem Abend nach guter Aktion gegen Mölders in der Anfangsphase kann sich Manuel somit endlich einmal beweisen. Und der kicker beweist, wie schlecht er tatsächlich ist. Die 2,0 für Manuel ist eine reine Farce (ebenso wie die 3,0 für Gomez und die Mitläufer 5,0 für Lorenzo Davids, den armen Tropf).

Kaschperle, Urmel und König Uli der Viertelvorzwölfte

Nur mit Baseball-Mütze und Turnschuhen bekleidet, mit vier blitzsauberen Flick-Flacks und schlackerndem Genital kaschpert sich ein Flitzer über den Rasen und sorgt damit für einen Aufreger in der Partie zwischen gemütlichen Bayern und ultra-harmlosen Augsburgern. Mario zeigt sich anschließend als Flitzer-Experte: „Wenn einer flitzt, dann muss er auch was zu bieten haben. Er hat was geboten.“ Ein Schelm, der Mario. Die original Flitzer-Unterbuxe steht mittlerweile auf ebay. Das Gebot derzeit: 132 Euro.

Urmel Boateng nutzt derweil die spielfreie Zeit, um in Badelatschen zum kicker-Interview zu kommen und sich als kommenden Abwehrchef auszurufen. Recht hat er! Peinlich wieder der kicker, der Jerome mit dem kicker-Notenschnitt zweimal vorrechnen will, dass er außen besser ist als innen. Urmel lässt sich nicht aus dem Eis locken und blinzelt die Unwahrheit aus der Welt.

Auf der Tribüne strahlt derweil König Uli der Viertelvorzwölfte wie ein Honigkuchenpferd. Die anstehende Verlängerung mit Christian „Herr Ärmel“ Nerlinger bedeutet eine weitere Legislaturperiode als Strippenzieher und Puppenspieler für den Uli.

Bleibt´s mir gewogen, Euer Arthur

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Lagebericht vom Krankenlager

Lieber Arthur,

Heute war ich mit Philipp und Anatoliy im Rechts der Isar, um den Schweini zu besuchen.

Ich habe ihm NBA Jam für PS3 geschenkt. Anatoliy hatte eine Tupperdose Kalbfleisch mit Barolo-Soße dabei und Philipp ein Schälchen mit Myrrhe. – Das war natürlich ein Witz. Wegen den Heiligen Drei Königen. Freue mich schon voll auf Weihnachten.               Philipps tatsächliches Geschenk war das Ergebnis von den Verhandlungen mit dem DFB. 300 000 Euro bekommen wir, wenn wir bei der Euro den Pott holen. Wahnsinn, oder. Anatoliy hat außerdem ein Schachbrett dagelassen. Basti hat mir im Geheimen gesagt, dass er gar nicht weiß, wie das Ding angeht und wo da das CD-Fach ist. Ansonsten hat Anatoliy die ganze Zeit mit Prof. Dr. Imhoff über Bastis Verletzung gefachsimpelt. Schließlich wurde er aber noch richtig sentimental und hat dieses Gedicht vorgetragen:

schau dich an, du armer tropf, regungslos liegst du da                                                      chio-chips und essensreste hängen in deinem haar;                                                         tränennass ist dein gesicht und kreidebleich sind deine wangen                                                 so grämest du dich und vermisst schon die zeit, da sie lieder vom leader sangen;                  doch hab keine angst, du wirst rasch genesen und dann kann dich keiner mehr stoppen      vielleicht hast du auch pech, das kann schon sein, dann gehts dir bald wie herrn robben; das wolln wir nicht hoffen, wahrscheinlich ists kaum, drum beschäftige dich damit nicht und wenns dann so kommt, ists auch kein problem, dann gibt es ja immernoch mich;  dann beerbe ich dich, ich reiß alles an mich, ich mach mir die erde zu eigen                       sag „du gehst nach links“ und „du gehst nach rechts“ und luiz muss sich vor mir verneigen; sei ruhig mein freund, errege dich nicht, solch denken liegt mir doch fern                            war alles ein scherz nur ein bisschen mehr macht, das hätt´ ich wirklich gern.

Naja, so ist halt dieser ukrainische Humor. Basti hat gesagt, er findet es „so lala“. Ich habe ihm gezeigt, dass Nowitzki ihm über twitter alles Gute gewünscht hat und das 27100 Personen bei facebook „i like“ geklickt haben, um ihm gute Besserung zu wünschen. Das hat ihn total gefreut. Vorallem das mit Dirk.                                                                              Deine Grüße habe ich natürlich auch ausgerichtet!

Bis bald mal,                                                                                                                                       Dein Holger

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Rechts der Isar liegt der Hund begraben

Gomez dreht hohl, Franck dreht auf und Inler dreht durch. Schweini, erst Dreh- und Angelpunkt, tritt ab, Anatoliy groß auf und van Buyten Gustavo in den Hintern. Neapel liegt am Boden, Fußballdeutschland den Bayern zu Füßen, Marcel Reif liegt nie richtig und Basti im Krankenhaus Rechts der Isar. Arthur lässt Revue passieren und „der Beifall der Leute ist ihm sicher.“

Während die Spieler noch gemütlich einlaufen, gibt es für den unvorbereiteten Fersehzuschauer schon die erste Nuss zu knacken. Die Choreografie der Bayern-Fans zeigt in Weiß und Rot eine Europakarte mit von München ausgehenden Schildern zu den Städten der Gruppengegner. Darunter der Schriftzug „Wer nach Hause will, der muss sich auf den Weg machen“. Soso. Hört sich nicht nach Konfuzius an. Da hätte es auch ein Link auf Google-Maps getan.

Jupp überrascht mit Gustavo neben Schweinsteiger in der Startelf und schont Anatoliy für Augschburg. Vielleicht, weil Luiz der etwas kreativere Kopf ist, wahrscheinlich aber, weil DonJupp den großen Taktikexperten Tymoshchuk lieber bei sich auf der Bank hat.         Und wirklich: Es bedarf des ukrainischen Feldherren nicht. Nachdem die zähe und feinmaschige Neapel-Abwehr den FCB in der Anfangsviertelstunde zu scheinbar schwerfälligem Ballgeschiebe und Holger zu einem schmatzenden Pferdekuss an Maggio zwingt, löst sich nach zwei schnellen vertikalen Pässen alles in Wohlgefallen auf. Gustavo steil auf Schweinsteiger, der weiter auf Busnebensitzer Gomez. Gomez dreht sich um seinen Bewacher und zwingt den Ball mit Links ins Tor. Torrero, habe die Ehre, alles gut. Bayern berauscht sich an der eigenen Überlegenheit und Gomez legt sieben Minuten später nach: Badstubermäßiger Flankenwechsel von Ribery auf Schweinsteiger, der wartet bis sich Gomez aus der eigenen Hälfte in Strafraumnähe bequemt, legt dann quer auf Kroos. Kroos lässt fein in die Mitte segeln. Und wieder: Torrero, habe die Ehre, alles gut. Nach weiteren Chancen von Boateng, Ribery und Gomez knipst der schönste Mann der Welt nach einem Torschuss von Toni Kroos bei Neapel das Licht aus, bevor Fernandez auf der Gegenseite zum 1:3 einköpft und für ein Fünkchen Hoffnung beim Gegner sorgt.     Nach der Pause dann der Bruch bei Schweinsteiger und damit im Spiel des FCB.             Das Spiel wird fahrig und nickelig. Erst muss Zuniga mit Gelb-Rot runter, dann darf auch Badstuber schonmal das Duschwasser einstellen. Mit dem Anschlusstreffer sorgt Fernandez für zehn Minuten Schnappatmung bei den Roten, die allerdings durch Lahm Alaba und Gomez noch zu Chancen kommen. Den Schlusspunkt setzt Mario mit einem 80 Meter Schuss ins leere Tor. De Sanctis riskiert Kopf, Kragen und sein bestes Stück und rettet vor der Linie. Ein guter Torwart lässt den rein. Schon alleine wegen youtube.

Notizen

Des Schlüsselspielers Schlüsselbein                                                                                                 Bis Weihnachten wird Schweinsteiger den Bayern wohl fehlen und damit auch gegen Dortmund, Bremen und City. Bis Freitag liegt er noch im Krankenhaus Rechts der Isar, nachdem er in der Nacht am gebrochenen Schlüsselbein operiert worden war. Allzu tragisch ist der Ausfall nicht. Das wird verhindern, dass die nächsten Spiele zu lax angegangen werden. Die Spannung bleibt hoch. Außerdem kommt so viellecht David Alaba zu seinem Recht und zur Gelegenheit, ein bisschen den 10er zu geben, wenn Kroos neben Tymo den kreativen 6er macht. Schweini kommt dann zurück, wenn es wieder wichtig wird und schmeißt gut ausgeruht mit Arjen und Thomas, der sich derzeit eine verdiente Verschnaufpause gönnt, den Turbo an. Was die Verletzung aber zeigte war die gnadenlose Sinnlosigkeit des Torraumrichters. Inler springt Schweinsteiger direkt vor der Nase des Blatter-Denkmals in die Seite, aber der fünfte Offizielle ist zu sehr damit beschäftigt, Grashalme zu zählen, als dass er für ein Kärtchen einstehen würde.

Ein Feldherr von der Bank.                                                                                                             Anatoliy, der sich zuletzt in der Startelf festgespielt hatte, kam dieses Mal nur von der Bank. Kein Zweifel aber, dass Kasparow Tymoshchuk auch von dort aus bei allen drei Treffern seine Finger mit im Spiel hatte. Für die Einwechslung präparierte er sich mit mehreren Kilo Tapeband und glänzte auf dem Spielfeld wie gewohnt mit Hochsicherheitspässen, betoniertem Haar und brettspielermäßiger Übersicht.                    Ist nach Super-Mario zurzeit der schönste bei den Bayern. Und weiß das auch.

Tatort Innenverteidigung                                                                                                             Wieder blieb für Jerome nur die ungeliebte Rechtsverteidigerposition. Auch als Badstuber vom Platz flog, weil er Cavani zu ernst angeschaut hatte, erhielt Gustavo trotz Jeromes flehender Blicke richtung DonJupp den Vorzug. Und das ist vielleicht auch gar nicht schlecht so. Denn Jerome hat immer den ein oder anderen Sekundenschlaf im Repertoir und überrascht mit Phlegma-Fouls in Strafraumnähe. Nach dem Spiel ging van Buyten auf Gustavo loß und war nur von Feuerwehrmann Gomez zu bremsen. Der Schweißer war mit dem Stellungsspiel des Innverteidigungs-Hospitanten beim 2:3 nicht einverstanden. Wenig später lag man sich aber wieder in den Armen. Sicher auf Vermittlung von Anatoliy.

Franck the tank                                                                                                                                Nicht nur Wirbelwind, sondern mittlerweile eine richtige Maschine. Ließ sich vor dem 2:0 nicht beirren als sich Dzemaili an ihn klammerte. Sprintete mit dem Schweizer im Gepäck als sei nichts und spielte dann den riesen Pass auf Schweinsteiger. Zog bei Fernandez die Gelbe und bei Zuniga die Gelb-Rote Karte, weil er weiß, wann er sich fallen lassen muss und dass man sich prinzipiell immer ans Fußgelenk greift. Hat die Tips und seinen gestählten Körper mit großer Sicherheit auch Anatoliy zu verdanken.

Die Chefetage                                                                                                                              Rumenigge sah ein „fantastisches“ Spiel, Hoeneß war wie immer in den letzten Wochen bestens unterhalten, Philipp sprach gar von der besten Halbzeit seit er beim FC Bayern spielt. Marcel Reif hängte in gewohnter Manier sein Fähnchen in die Abendluft. Lobte erst über den grünen Klee, sah in der zweiten Halbzeit einen kontrollierten, überlegenen FCB, hatte aber nach dem 2:3 plötzlich schon immer gewusst, dass bei Bayern nach dem Seitenwechsel nichts mehr zusammenlief und überhaupt alles schlecht ist, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Und der Kaiser? Der tritt mit Baseball-Mütze und Schal vor die Kamera und weiß zu Gomez: „Der Applaus der Leute wird ihm sicher sein.“ Diese todsichere Information kann nur von Rhetorik-Großmeister Anatoliy stammen.

Es empfiehlt sich, Euer Anatoliy Arthur

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